Interessantes Technik-Wissen rund um die Rennbremsbeläge

Für den Wettbewerbseinsatz
Eine spezielle Mischung aus Fasern und spezifischen Rohstoffen wie Kohlenstoff und Keramik bilden die Grundlage unserer Carbon-Keramik-Rennbremsbeläge. Mit modernsten Fertigungsmethoden wird ein High-Performance-Produkt hergestellt, dass keine Wünsche offen lässt.
Jeder Bremsbelag wurde entwickelt, um ein konstantes und präzises Pedalgefühl zu vermitteln, sehr gute Verzögerungswerte zu gewährleisten und den Scheibenverschleiß in Grenzen zu halten. Im Vordergrund steht dabei der Temperaturbereich: Bereits im kalten Zustand liefern die Bremsbeläge hohe Reibwerte und damit starke Verzögerungen, die sich mit zunehmender Temperatur der Bremsanlage noch leicht erhöhen.

Unsere Bremsbelag-Mischungen
Die Carbon-Keramik-Bremsbeläge dürfen nur in Kombination mit Stahlbremsscheiben verwendet werden (keine Paarung mit Keramik-Bremsscheiben!) Nachfolgend gibt es eine ausführliche Beschreibung der verfügbaren Belagmischungen für unsere Scheiben-Bremsbeläge und der Bremsbacken:
PfB-49
Der Verschleiß-Bewusste:
Mit einem mittleren Reibwert-Koeffizienten von 0,49 handelt es sich um den geringsten Reibwert unter den drei Scheibenbremsbelägen. Die Belagmischung PfB-49 punktet mit minimalem Verschleiß an Bremsscheibe und Bremsbelag und weiß mit sehr guter Bremsleistung bei kalter Bremse und seiner sehr guten Dosierbarkeit zu überzeugen.
Mit zunehmender Temperatur erhöht sich der Reibwert nur minimal, was zu einem kon-stanten Pedalgefühl beiträgt.
Das macht diese Belag-mischung zur ersten Wahl bei leichten Fahrzeugen wie historische Formel-Autos ohne Abtrieb, Tourenwagen unter 1000kg bei Bergrennen, Slalom und Tuning-Fahrzeugen, die auf Trackdays eingesetzt werden. Der ideale Bremsbelag, wenn der Strecken-Grip gering oder rutschig ist. Auch ideal als Bremsbelag auf Hinterachsen von Fronttrieblern in Kombi-nation mit dem PfB-54 oder PfB-62 auf der Vorderachse.
PfB-54
Der Universelle:
In Bezug auf Verschleiß, Bremsperformance, Ansprech-verhalten und Pedalgefühl liegt diese Belagmischung zwi-schen den anderen beiden: Der mittlere Reibwert-Koeffizient von 0,54 verspricht sehr gute Verzögerungswerte bei kalter als auch heißer Bremse.
Ein Allrounder auf jeder Achse aufgrund seiner sehr guten Dosierbarkeit. Im Temperatur-verlauf nimmt der Reibwert etwas mehr zu als bei den anderen beiden Belagmi-schungen.
Einsatzbar für eine Vielzahl an Fahrzeugen im Rundstrecken-bereich, Bergrennen, Slalom, Drift-Sport, Time-Attack und Track-Days.
PfB-62
Der Reibwert-Champion:
Diese Belagmischung verbeißt sich buchstäblich in die Bremsscheibe. Der extrem hohe und im Temperatur-verlauf sehr konstante mittlere Reibwert-Koeffizient von 0,62 bremst speziell im ersten Drittel der Bremsung aus hohen Geschwindigkeiten nochmals stärker als es bei anderen Belagmischungen der Fall ist.
Selbst die Kalt-Bremsleisung kann schon voll überzeugen. Das macht diese Belagmi-schung zur ersten Wahl für schwere GT-Fahrzeuge, Fahr-zeuge mit Downforce, schnelle Strecken mit viel Grip - entwickelt für extremste Wett-bewerbsbedingungen auf der Rundstrecke, bei Time-Attacks, Bergrennen und langen Sla-loms.
Speziell bei Fahrzeugen mit Bremskraftverstärker kann weniger Pedaldruck aufgrund des hohen initialen Ansprech-verhaltens dieser Belagmi-schung erforderlich sein um ein Blockieren der Räder oder das Eingreifen des ABS-Systems zu verhindern.
PfB-55
Für Trommelbremsen und Handbremsen:
Trommelbremsen kann mit dieser Belagmischung zu mehr Bremsleistung verholfen wer-den.
Der mittlere Reibwert-Ko-effizient von 0,55 übertrifft Serien-Bremsbacken deutlich.
Naturgemäß ist das nutzbare Temperaturband nicht so hoch wie bei Bremsbelägen für Stahlscheiben, dennoch halten diese Bremsbacken mit 400°C Maximaltemperatur eine Menge aus.
Für viele Fahrzeuge mit hinterer Trommelbremse zur Erhöhung der Bremsleistung auf der Hinterachse oder zur Verbesserung der Leistung der serienmäßigen Handbremse geeignet. Somit speziell im Driftsport, Rallye oder anderen Motorsportbereichen einsetz-bar.
Aufbau des Bremsbelags
Die Bremsbeläge verwenden ein duales Haltesystem bestehend aus einer Klebeverbindung und einem innovativen mechanischen System. Das mechanische System besteht aus einem Metallnetz, das direkt an die Trägerplatte geschweißt ist, um eine sehr hohe Beständigkeit gegen die extremen Belastungen zwischen Belagmaterial und Trägerplatte zu gewährleisten.

Reibwerte und Temperaturbereich
Die verschiedenen Bremsbelag-Mischungen unterscheiden sich in ihren Reibwerten und damit in ihrem Bremsverhalten. Die Scheiben-Bremsbeläge halten Temperaturen von über 800°C problemlos stand und bieten einen sehr konstanten Reibwert-Verlauf.
Hohe Bremsleistung schon bei kalter Bremse und nur minimal höherer Reibwert bei Höchsttemperatur.
Die Bremsbacken sind bis ca. 400°C belastbar.

Bremsbelag-Tests
Um sicherzustellen, dass die Rennbremsbeläge den Anforderungen im Motorsport gewachsen sind, werden diese extremen Belastungstests ausgesetzt. Die Erfahrungen aus diesen Tests fließen fortlaufend in die Weiterentwicklung der Rennbremsbeläge ein.

Bremsbacken für Trommelbremsen
Die Bremsbacken für Betriebs-Trommelbremsen oder Handbremsen werden nur in der Reibmischung PfB-55 produziert. Eine signifikante Erhöhung der Brems-leistung von Trommelbremsen ist damit garantiert. Die Handbremsleistung wird ebenfalls verbessert: Die PfB-55-Mischung besitzt mit 0,55 einen wesentlich höheren mittleren Reibwert-Koeffizienten als bei herkömmlichen Bremsbacken anzutreffen.

